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aktuelles Thema:

Die EU und ihre renitenten Zöglinge im europäischen Osten (GS 4-18)

 

 

Die nächsten Termine:

- So., 26.05.

- So., 02.06.

- So., 16.06.

- So., 23.06.

- So., 30.06.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Feind kennen

 

Mit Hebeln geplant: die Ökonomie des Realen Sozialismus (Zitate 2)

 

3. Der sozialistische Gewinn

 

Der Gewinn

„Jeder nach der wirtschaftlichen Rechnungsführung arbeitende Betrieb muss seine Ausgaben durch die Einnahmen decken und darüber hinaus Reineinkommen erwirtschaften, er muss rentabel sein“ (vgl. Zitate: Übergangsgesellschaft – Teil A, 3.a) Gewinn – Prämien etc.).

 

Die Bedingungen der Eigenerwirtschaftung sind so zu gestalten, dass die Betriebe und Kombinate in dem Maße rentabel arbeiten und ihre Fonds reproduzieren können, in dem sie die staatlichen Planaufgaben mit hoher Effektivität erfüllen. Es besteht ein vom sozialistischen Staat normativ geregelter Zusammenhang zwischen der Effektivitätsentwicklung der Betriebe und Kombinate und ihrer einfachen und erweiterten Reproduktion entsprechend den staatlichen Plänen (Zitate: Übergangsgesellschaft – Teil a, 3.a) Gewinn – Prämien).

 

Gewinnsteigerung, Methode I

"Da die Preise geplant sind und der Betrieb sie nicht erhöhen beziehungsweise senken kann, wächst der Gewinn... bei der Erhöhung der Menge der Erzeugnisse..." (P.Ö.IV,Bd.3,614

In der sozialistischen Wirtschaft kann es neben den rentablen auch zeitweilig unrentable Betriebe geben, ja selbst Betriebe, die mit Verlust arbeiten, jedoch von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung sind." (Politische Ökonomie, Akademie der Wissenschaften der UdSSR, Berlin 1955, im Folgenden P.Ö.I, 509/529)

 

Die Leitungsmethode: materieller Anreiz durch Teilung des Gewinns

"Vor der Wirtschaftsreform existierte eine Form der Übergabe des Gewinns an den Staatshaushalt – die "Gewinnabführung". Diese Form übte einen ungenügend effektiven Einfluss auf die Arbeit des Betriebes aus...

Erstens muss, objektiv bedingt, der Hauptteil des Reineinkommens in den zentralisierten Fonds des Staates gelangen. Nur über ihn können die wichtigsten gesamtgesellschaftlichen Bedürfnisse befriedigt werden. Zweitens ist es erforderlich, das Interesse des Betriebes an der Erfüllung der staatlichen Planaufgaben dadurch zu sichern, dass ihm ein Teil des Reineinkommens, der von der erfolgreichen Erfüllung seiner Aufgaben abhängt, zur Verfügung gestellt wird." (P.Ö.IV,Bd.3, 611/605)

 

Gewinnsteigerung, Methode II: das Sparsamkeitsregime

"Wir verstehen unter Sparsamkeit nicht einfach das Gegenteil von Verschwendung. Wir verstehen darunter viel mehr - nämlich mit geringstem Aufwand und größtem Nutzeffekt zu produzieren." (Erich Honecker, Zur Durchführung der Parteiwahlen 1975/76, S.51)

Zwischen den gesellschaftlichen Produktionskosten und dem Ziel der sozialistischen Produktion besteht ein gesetzmäßiger Zusammenhang: Die Senkung der gesellschaftlichen Produktionskosten pro Produkt durch die Steigerung der Arbeitsproduktivität ermöglicht, mit den vorhandenen Ressourcen ein höheres Maß an Bedürfnisbefriedigung zu erreichen. Bei gleichbleibenden oder nur wenig wachsenden Fonds an Rohstoffen und Energieträgern kann ein für die Bedürfnisbefriedigung erforderliches hohes Wirtschaftswachstum nur erreicht werden, wenn der Produktionsverbrauch und insgesamt die gesellschaftlichen Produktionskosten bedeutend gesenkt werden... Die Selbstkostensenkung... ist Quelle wachsender materieller und finanzieller Mittel zur Lösung der Hauptaufgabe." (Politische Ökonomie des Kapitalismus und des Sozialismus, Autorenkollektiv, 14. vollständig überarbeitete Ausgabe, Berlin 1987, im Folgenden P.Ö.VI, 741-744)

 

Die Gebote des Sparsamkeitsprinzips- das Ideal einer Produktion ohne Kosten

"Die Produktionsfondsabgabe ist eine Form der Zentralisierung des Reineinkommens der Betriebe durch den Staat. Der Umfang dieser Abschöpfung des Reineinkommens ist abhängig von der Summe der Produktionsgrundfonds und Umlauffonds, die sich in der Verfügung des entsprechenden Betriebes finden. Folglich ist die Produktionsfondsabgabe eine Methode der Verteilung des Reineinkommens, die die bestmögliche Ausnutzung der betrieblichen Fonds stimuliert..." (P.Ö.IV,Bd.3,611f)

"Genossinnen und Genossen! Mit aller Entschlossenheit müssen wir uns der Aufgabe zuwenden, die Wirksamkeit der vorhandenen Grundfonds zu erhöhen. Das erfordert vor allem hochproduktive Ausrüstungen mehrschichtig einzusetzen und noch besser auszulasten, und das verlangt generell die Schichtauslastung aller Maschinen und Anlagen zu erhöhen..." (Horst Sindermann: Bericht zur Direktive des IX. Parteitags der SED. Protokoll des IX.Parteitags der SED, Berlin 1976, S.33)

 

 

4. Der Lohn im Sozialismus

 

I. Lohn als Hebel

1.Die Arbeitsnormen

"Die Arbeitsnormung ist Festsetzung der Zeit für die Ausführung einer bestimmten Arbeit (Zeitnorm) bzw. Festsetzung der in einer bestimmten Zeiteinheit zu fertigenden Stückzahl (Arbeitsnorm). Die richtige Arbeitsnormung bildet eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Lenkung des Produktionsprozesses, für die Verbesserung der Arbeitsorganisation und die Steigerung der Arbeitsproduktivität, für die Überwindung der Gleichmacherei in der Entlohnung und für die Entfaltung des sozialistischen Wettbewerbs." (P.Ö.I,519)

„Die ständige Vervollkommung der Technik erfordert eine periodische Überprüfung der Arbeitsnormen mit dem Ziel, sie zu erhöhen." (P.Ö.I.,519/20)

"Technisch begründete Normen sind notwendig, um die zurückbleibenden Werktätigen auf das Niveau der führenden Arbeiter zu heben. Die technisch begründeten Normen sind eine große regulierende Kraft, die in der Produktion die breiten Arbeitermassen um die führenden Elemente der Arbeiterklasse zusammenschließt.“ (P.Ö.I.519)

2. das Bedürfnis nach Erpressung der Arbeiter

"Eine erste Anforderung besteht darin, grundsätzlich die Mitwirkung der Werktätigen an allen Schritten der Veränderung der Arbeits-, Lebens- und Lohnbedingungen zu sichern. Die Ausarbeitung neuer Lohnformen bzw. die Vervollkommnung ihrer stimulierenden Wirkung ist keine ausschließlich technisch-organisatorische Frage. Lohnformenarbeit ist vorrangig Arbeit mit den Menschen. Die Betriebsleiter haben alle notwendigen Voraussetzungen dafür zu schaffen, damit Lohnformen stets gemäß § 104(1) AGB gemeinsam mit den Werktätigen ausgearbeitet werden." (Lohn und Prämie, 45)

"Die sich verändernden Einflüsse der Werktätigen auf ihr Arbeitsergebnis, das in zunehmendem Maß das Ergebnis der Kooperation der Werktätigen der Arbeitskollektive ist, machen die Verstärkung des individuellen und kollektiven Interesses durch den Lohn erforderlich... Für sie (einige Prozesse) ist typisch, dass die kollektive Leistung von der Disponibilität der Werktätigen, ihrer Einsatzbereitschaft, ihrer Eigenverantwortlichkeit, Entscheidungsfreude und Zuverlässigkeit abhängt. In diesen Prozessen ist also Eigeninitiative und Einflussnahme auf die Erschließung von Leistungsreserven in hohem Maße leistungsentscheidend." (Lohn und Prämie, 13)

 

II. Prämien

"Mit... der steigenden Leistungsfähigkeit von Technik und Technologie wächst die Verantwortung der Werktätigen - der Eigentümer der Produktionsmittel - für das Ergebnis ihrer Arbeit und der Arbeit des Kollektivs. Dies wird noch dadurch unterstrichen, dass die volkswirtschaftliche Bedeutung der Wertgröße einer Minute Arbeitszeit und der Einsparung eines einzigen Prozents an Material, Hilfs- und Treibstoffen sowie an Kosten beträchtlich gestiegen ist. Das erfordert, sowohl den einzelnen als auch das Kollektiv stärker als bisher am Arbeitsergebnis in der Einheit von Menge und Qualität und anderen Faktoren materiell und ideell zu interessieren." (Lohn und Prämie, 61)

 

III. Techniken der Leistungsbewertung und –belohnung

1.Individuum und Kollektiv

"Die Beratung im Arbeitskollektiv ist danach grundsätzliche Voraussetzung für alle Prämierungen. In den Beratungen der Arbeitskollektive besteht die Möglichkeit, dass sich die Kollektivmitglieder ... kritisch mit den Leistungen der vorgeschlagenen Kollegen auseinandersetzen. Das trägt zu einer leistungsgerechten Prämierung bei. Über die Prämie wird somit dort diskutiert, wo das von der Sachkunde her am besten möglich ist... eine wirksame Form der demokratischen Mitwirkung der Werktätigen an der Entscheidungsfindung." (Lohn und Prämie, 106)

2. der sozialistische Wettbewerb

"Der sozialistische Wettbewerb ist die Methode zur Steigerung der Arbeitsproduktivität und zur Vervollkommnung der Produktion auf der Grundlage der größtmöglichen Aktivität der werktätigen Massen. ...Der sozialistische Wettbewerb ist auf die Erfüllung und Übererfüllung der Volkwirtschaftspläne, auf die Sicherung des ununterbrochenen Aufschwungs der sozialistischen Produktion gerichtet. Der sozialistische Wettbewerb unterscheidet sich grundlegend von der in der bürgerlichen Gesellschaft herrschenden Konkurrenz..."(P.Ö.I,494, Stalin, Der Wettbewerb und der Arbeitsaufschwung der Massen, Werke Bd.12, 98)

3. Werbung und Drohung, materiell und moralisch

"Die Verteilung nach der Arbeitsleistung muss wirksam mit den Formen der ideellen Stimulierung und Anerkennung verbunden werden. Dabei ist stets zu beachten, dass die materielle Anerkennung gleichzeitig eine moralische Wertschätzung für vorbildliche Arbeit ist. So wie der materielle Anreiz allein noch keine sozialistischen Verhaltensweisen hervorbringt, sondern mit der moralischen Anerkennung und der Erhöhung des sozialistischen Bewusstseins verbunden werden muss, wird auch der moralische Anreiz nur in Verbindung mit dem materiellen Anreiz am besten wirksam." (Roessler, 87)

4. Versorgungshierarchie als Anreiz

"Die Verteilung aus gesellschaftlichen Konsumtionsfonds und ihre Verbindung mit der Verteilung nach der Arbeitsleistung charakterisiert den Sozialismus als erste Phase des Kommunismus... spezifische Besonderheiten des Sozialismus... Diese zeigen sich in der Abhängigkeit der Rente vom Umfang und vom Niveau der für die Gesellschaft geleisteten Arbeit, in der Abhängigkeit der Ferienplatzverteilung von der Arbeit..." (Roessler 99)

5. Abhängigkeit vom Betriebserfolg

"...eine Distributionsbeziehung, die, vermittelt durch die wirtschaftliche Rechnungsführung der Betriebe

 und Kombinate, die persönliche materielle Interessiertheit der Werktätigen an der Erhöhung

der Effektivität der Wirtschaftstätigkeit des Betriebskollektivs sichert... stimuliert die Leistungen der Werktätigen,

 die sich aus ihrem kooperativen Zusammenwirken im betrieblichen Produktionsprozess ergeben, das immer

 mehr die Höhe des betrieblichen Gesamtergebnisses bestimmt." (Roessler 85)

 

Die sozialistische Gewerkschaft

"Eine große Rolle bei der Durchführung der Lohnpolitik spielen die Gewerkschaften. Die Gewerkschaften nehmen aktiv an der Arbeit der staatlichen Organe zur Vorbereitung von Maßnahmen

auf dem Gebiet der Arbeitsorganisation und Entlohnung teil, verwirklichen unmittelbar die Sozialversicherung, unterstützen die Erfahrungen und die Initiative der Neuerer in der Produktion, fördern die Entfaltung des sozialistischen Wettbewerbs und die Steigerung der Arbeitsproduktivität, die Verbesserung der kulturellen und sozialen Betreuung sowie der Arbeitsbedingungen der Arbeiter und Angestellten. Unter aktiver Mitwirkung der Gewerkschaften wird zwischen der Leitung und der Belegschaft eines jeden Betriebes alljährlich ein Kollektivvertrag abgeschlossen. Der Kollektivvertrag regelt alle Fragen der Arbeit, der Entlohnung und der sozialen Betreuung der Arbeiter und Angestellten. Er verpflichtet beide Vertragspartner, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die richtige Entlohnung und die ständige Steigerung der Arbeitsproduktivität sowie die immer vollständigere Befriedigung der wachsenden sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Werktätigen in den sozialistischen Betrieben zu gewährleisten." (P.Ö.I, 516f)

 

 

5. Der sozialistische Außenhandel

 

1. RGW-ein Bündnis national rechnender Sozialisten

(Zusammenarbeit) "...entsprechend den Prinzipien des sozialistischen Internationalismus auf der Grundlage

 der Achtung der staatlichen Souveränität, der Unabhängigkeit und der nationalen Interessen, der Nichteinmischung

in die inneren Angelegenheiten der Länder, der vollen Gleichberechtigung, des gegenseitigen Vorteils

und der kameradschaftlichen gegenseitigen Hilfe..." (Komplexprogramm, 1971)

"Vom Standpunkt der internationalen Ware-Geld-Beziehungen muss der Verrechnungspreis unbedingt alle gesellschaftlichen Aufgaben der erweiterten Reproduktion eines bestimmten Erzeugnisses innerhalb eines Landes möglichst vollständig und richtig wiedergeben. Die einzelnen Elemente dieser Aufwendungen wären:

1. Lohnaufwand einschließlich der Leistungen aus gesellschaftlichen Konsumtionsfonds; ( = die per Staatshaushalt verausgabten Mittel zur Reproduktion der Arbeitskraft)

2. Ersatz der verbrauchten Arbeitsgegenstände und Arbeitsmittel;

3. Mittel für die Erweiterung der betreffenden Produktion sowie für die Schaffung von Reservefonds;

4. Aufwendungen für Verteidigungszwecke, Verwaltung und andere Aufgaben, die nur aus dem in der materiellen Produktion geschaffenen Mehrprodukt gedeckt werden können." (O.Bogomolow, Theorie und Methodologie der internationalen sozialistischen Arbeitsteilung, Berlin 1969, S.133)

"Das Äquivalenzprinzip realisiert sich im steten Setzen und Lösen der Widersprüche zwischen den verschiedenen nichtantagonistischen Interessen der sozialistischen Staaten: Holz, Steinkohle, Erdöl, Stahl, moderne Kraftfahrzeuge, hochwertige Automaten usw. stehen wie überall auf der Welt nicht in beliebiger Menge zur Verfügung; sie sind außerdem nicht proportional auf die einzelnen Staaten verteilt. Folglich müssen Vereinbarungen über den Austausch getroffen werden, wobei nicht alle Wünsche zu befriedigen sind. Würde man hier lediglich nach dem Äquivalenzprinzip verfahren, d.h. dem Wertgesetz die dominierende Rolle bei der Bestimmung des sozialistischen Austauschs zukommen lassen, so wäre eine planmäßige sozialistische Hilfe für die weniger entwickelten Volkswirtschaften des sozialistischen Lagers und überhaupt ein planmäßiger Ablauf der Vorgänge im sozialistischen Weltwirtschaftssystem nicht möglich" (Gunther Kohlmey: Entwicklungsprobleme des sozialistischen Weltwirtschaftssystems. Schriften des Instituts für Wirtschaftswissenschaften Nr. 7/ Berlin 1958, S.74

"Das Äquivalenzprinzip realisiert sich auf dem sozialistischen Weltmarkt zweitens im laufenden Setzen und Überwinden des Widerspruchs zwischen den verschiedenen nationalen Wertgrößen. Die Größe des Werts wird durch jene gesellschaftliche Arbeitszeit bestimmt, die im gesellschaftlichen Durchschnitt für seine Herstellung erforderlich ist. Dieser Durchschnitt ist zunächst staatlich begrenzt. Der Aufwand je Produktionseinheit liegt in Rumänien anders als in der DDR. Folglich müssen die verschiedenen nationalen Wertgrößen und nationalen Preise auf einen einheitlichen Weltmarktpreis reduziert werden. Der einheitliche Weltmarktpreis z.B. für Baustahl stellt aber für Hennigsdorf weniger gesellschaftliche Arbeitszeit dar als für das junge Lenin-Walzwerk bei Sofia. Folglich führt das sich im einheitlichen Weltmarktpreis darstellende Äquivalenzprinzip des Wertgesetzes keineswegs dazu, daß gleiche Mengen nationaler Arbeit ausgetauscht werden. Es gibt laufend Abweichungen. Das Äquivalenzprinzip als Element einer jeden Warenwirtschaft führt also von sich aus nicht unbedingt zu der internationalen sozialistischen Unterstützung, die den weniger entwickelten Volkswirtschaften gewährt wird." (a.a.O)

 

 

2. die Suche nach einem „gerechten Preis“- das Bedürfnis nach einer nicht vorhandenen Leistung des Geldes

  "Im Rahmen der nationalen Wirtschaft bleibt der Staat Eigentümer der Produkte in allen Stadien der Produktion und Zirkulation und kann planmäßig preisliche Proportionen des Warentausches mittels einer bestimmten Preispolitik regulieren. Damit hat der Staat die Möglichkeit, Gewinne oder Verluste der einzelnen Zweige oder Wirtschaftseinheiten auszugleichen.

  Der Akt des Warenaustausches auf dem sozialistischen Weltmarkt hat einen anderen Charakter. Sein Resultat ist der Wechsel des Eigentümers der Ware. Mögliche Gewinne oder Verluste, die mit den Austauschverhältnissen verbunden sind, sind irreversibel, sofern sie nicht im Rahmen der sozialistischen Weltwirtschaft ausgeglichen werden können. Eine Verletzung der Proportionen des internationalen Austauschs beeinflusst unmittelbar die Größe des Nationaleinkommens des gegebenen Landes und jener Fonds, auf die es sich verteilt. Das Wertgesetz hat infolgedessen auf dem sozialistischen Weltmarkt eine größere Bedeutung als in den nationalen sozialistischen Wirtschaften. Bei den gegenwärtigen Beziehungen zwischen den sozialistischen Ländern kann die Wirtschaft nicht in solchen Formen reguliert werden, wie sie in der Praxis der planmäßigen Wirtschaftsführung in einzelnen Ländern verbreitet ausgenutzt werden, wo Gewinne der einen und Verluste der anderen Wirtschaftseinheiten schließlich im Rahmen eines Staates ausgeglichen werden." (P.Ö.IV, Bd.4, 300f)

 

"eigene Preisbasis im RGW: System von Vertragspreisen, das von den im Maßstab des RGW vorhandenen Aufwendungen (Inlandspreisen) ausgehen soll. Die 9. Tagung des RGW empfahl 1958 das Studium der möglichen Wege des Übergangs auf eine e.P. Die Ergebnisse der mehrjährigen theoretischen Arbeit (vor allem im Rahmen der ehemaligen ökonomischen Kommission des RGW) zeigten, dass es allgemeine und zeitlich begrenzt gültige Einwände gegen die Schaffung einer e.P. im dargestellten Sinne gibt... Hinzu kommen Probleme, die sich infolge spezifischer wirtschafts- und sozialpolitischer Zielstellungen der einzelnen RGW-Mitgliedsländer aus der unterschiedlichen Methodologie der Bildung der Inlandspreise (Unterschied im Preistyp, der Kostenerfassung, der Reineinkommensberechnung) ergeben und die die Vergleichbarkeit der Inlandspreise verschiedener RGW-Mitgliedsländer erschweren würden." (RGW-Lexikon, hrsg. von Manfred Engert und Heinz Stephan, Leipzig 1981, S.45)

 

"Entsprechend der Methodik der RGW-Preisbildung gelten als Weltmarktpreise die --- Hauptwarenmarktpreise. Die Preise der Hauptwarenmärkte werden mit Hilfe von Dokumentationen ermittelt. Die dokumentierten Preise sind hinsichtlich ihrer Beweiskraft und ihres Repräsentationsgrades zu analysieren. Die Hauptwarenmarktpreise werden vom schädlichen Einfluss der Konjunkturschwankungen und Preismanipulationen der kapitalistischen Märkte bereinigt." (a.a.O.)

 

"Die Vertragspreise werden bilateral unter Berücksichtigung der Interessen von Käufer und Verkäufer vereinbart... Die Preise werden im Ergebnis von Verhandlungen zwischen souveränen, gleichberechtigten Partnern gebildet." (a.a.O.)

 

3. „Sozialistische ökonomische Integration“ – staatlicher Souveräne

"Die geplante Leitung der Volkswirtschaft ist eines der fundamentalen, wesentlichen und unveräußerlichen Attribute der Souveränität des sozialistischen Staates. Der Staatsplan ist ein Ganzes und unteilbar. Es können nicht Teile aus ihm herausgelöst werden. Angesichts der Unterschiedlichkeit des jeweiligen Voraussetzungen für den Aufbau des Sozialismus, wird es einem klar, dass es ein Einheitsschema oder -rezept nicht gibt und auch nicht geben kann; niemand kann entscheiden, was für andere Länder oder Parteien richtig ist oder nicht." (Erklärung des ZK der KP, April 1964, Südosteuropa-Handbuch II, S.361)

 

"Die sozialistische ökonomische Integration erfolgt auf der Grundlage der vollen Freiwilligkeit und ist nicht mit der Schaffung übernationaler Organe verbunden, sie berührt nicht Fragen der inneren Planung..." (Komplexprogramm)

 

"Es war für die Betriebe nicht nur bequemer, sondern auch vom Standpunkt der Bilanzverantwortung und Planerfüllung auch sicherer, viel selbst zu machen, anstatt internationale Teilungen der Arbeit zu vereinbaren." (Gunther Kohlmey, Vergesellschaftung und Integration im Sozialismus, Berlin 1973, S.41f)

 

"Seinem Wesen nach wird der zwischenstaatliche Kredit bei Investitionsobjekten dafür eingesetzt, die als materielle Beteiligung von den interessierten Ländern zu liefernden Investgüter (oder anderen Waren) sowie die durchzuführenden Investleistungen zu finanzieren, indem ein Zahlungsaufschub in transferablen Rubeln gewährt wird. Das Standortland bezahlt diese Warenlieferungen nach Aufnahme der Produktion durch Tilgungslieferungen, die im allgemeinen aus Erzeugnissen des gemeinsam finanzierten Betriebs bestehen. Damit sichern sich die interessierten Länder für eine lange Periode Rohstoff- und Brennstoffbezüge, die für eine stabile Entwicklung ihrer Volkswirtschaft unentbehrlich sind." (Brendel e.a.,152f)