Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

 

aktuelles Thema:

Europa und sein Hinterhof auf dem Balkan

Eine Bilanz des

großen

europäischen

Friedenswerks

 

Die nächsten Termine:

- So., 24.06.

- So., 01.07.

- So., 08.07.

- So., 15.07.

(sommerpause)

 

 

 

Jour fixe vom 17.12.12, Artikel 'Arbeit und Reichtum' (GS 3-12), Fortsetzung Teil I.

Im 1. Punkt wird ausgeführt, was es heißt zu arbeiten, um Geld zu verdienen; mitsamt den Folgerungen, die dann am Schluss erwähnt werden. Es wird nicht allgemein das Verhältnis von Arbeit und Eigentum behandelt, sondern der Punkt: Der Zweck der Arbeit in der Marktwirtschaft ist Geldverdienen; was heißt das für die Arbeit.
   — Dazu haben wir letztes Mal schon anhand der Einleitung den Widerspruch oder die Absurdität besprochen, dass Arbeit aus demselben Grund stattfindet und unterbleibt. Dann wäre erst mal der Einstieg hier: Wenn Geldverdienen die ökonomische Bestimmung von Arbeit ist, was ist das für ein Ding? Das Geld ist unmittelbare Zugriffsmacht, also die Freiheit, auf jedes sachliche Ding zuzugreifen. Als solches hat es den Haken mit der Quantität. Dann kommt der Verweis auf: der Grund liegt in der Eigentümlichkeit, dass Bedürfnis und Herstellung des Benötigten getrennt sind.
Ja, aber hier wird erst einmal gesagt: Geld als die allgemeine Zugriffsmacht unterstellt, dass Arbeit Eigentum schafft. Dieses Eigentum ist aber nicht so zu verstehen, dass man es besitzen will, sondern dass man sich damit die Zugriffsmacht in Form von Geld auf anderen Reichtum verschafft. Es kommen dann auch die Rückschlüsse auf die Arbeit (ab S. 18); das sind die Bestimmungen, die man aus K I kennt. Hier geht es aber nicht um die Analyse der Ware, sondern darum, wie die Arbeit charakterisiert ist, wenn es ums Geldverdienen geht.
   — Eine Bestimmung liegt darin, dass die hier verrichtete Arbeit die Bestimmung der Privatarbeit hat. Das ist die Absonderlichkeit der Arbeit im Kapitalismus: Man stellt nützliche Güter her, nicht um sie selbst zu benutzen, sondern um andere, die drauf scharf sind, davon fernzuhalten.  
Das ist nicht ganz die Wahrheit
   — Arbeit findet schon für das Bedürfnis statt, aber getrennt von dem, der es gerade braucht.
Da fehlt noch die Verbindung. Weil vorher gesagt wurde, es findet Arbeit statt, um andere auszuschließen. Dieser Ausschluss hat ja auch eine andere Seite.
   — Die Reihenfolge der Argumente im Artikel erklärt, was dieses Rechtsverhältnis des Eigentums heißt, was  Ausschluss ist. Sobald sich jetzt der Blick auf das unter dem Regime des Eigentums Produzierte richtet, ergibt es eine Bestimmung, die über das hinausgeht: das gehört mir und keinem anderen. Das ist der Übergang vom Verfügungs- auf das Zugriffsrecht. Das ist die Fortsetzung: Die Leistung, die von dem produziertem Ding verlangt wird, ist, dass es als Tauschartikel produziert wird.
Die andere Seite ist, dass Tauschwert produziert wird und der Gebrauchswert nur Träger des Tauschwertes ist (in den Marx-Kategorien). Das ist der Zweck der Übung: Gearbeitet wird, damit man Zugriffsmittel hat, und das unterstellt Eigentum und Ausschluss.
   — Da wird (S. 17,18) erst einmal erklärt: In dieser Gesellschaft werden Dinge produziert, aber das, worauf es bei denen ankommt, ist, dass sie Eigentum sind. Das ist insofern hier wichtig, weil die normale Vorstellung die Ideologie ist: Geld sei die Sache, die man braucht, damit man an was anderes rankommt. Hier steht es umgekehrt: Geld ist das, worum es bei der Produktion überhaupt geht. Das Resultat der Produktion ist etwas, von dem ich einerseits alle ausschließe und gleichzeitig mir aber selber etwas verschafft habe, mit dem ich auf anderes zugreifen kann. Deswegen stellt dieser Zweck dann auch die Notwendigkeit her, dass die Leute gezwungen sind, an Geld heranzukommen.
   — Beim Produzieren von Gütern mit Tauschwert, die auf den Markt an den Konsumenten kommen, ist nicht der letzte Zweck, dass sie in den Konsum eingehen, sondern der Tauschakt ist pur ein Mittel der Vermehrung des abstrakten Reichtums.
   — Der Eigentümer (kap. Produzent) hat sein Eigentum in einer Form, in der er es nicht behalten will. Diese Form hat für ihn den Haken, kein allgemeines Zugriffsmittel zu sein. Er muss den Tauschwert der Ware realisieren, sein Eigentum überführen in eine Form, die Geld, eben Reichtum in allgemeiner Form ist. Das zahlungskräftige Bedürfnis wird ausgenutzt, um an den Tauschwert zu gelangen.
   — Woher gibt es denn die Notwendigkeit, an diese allgemeine Verfügungsmacht zu kommen? Die ist das Mittel, weil der materielle Reichtum der Gesellschaft getrennt vom Bedürfnis danach produziert wird. D.h. das Interesse, diese Sorte Eigentum zu produzieren, ist die Produktion der Verfügungsmacht, die "gar nicht am Objekt hängen bleiben will, sondern zur getrennten, abstrakten Verfügungsmacht werden soll", wie es auf S. 17 heißt..
Zwischen den Beiträgen ist keine große Differenz. Dabei ist es schon so, dass das Produkt für den Tausch (oder Markt) produziert wird, nicht – wie es vielleicht angeklungen ist –, für die allgemeine Verfügungsmacht. Ohne dass es getauscht wird, kommt man gar nicht an die allgemeine Verfügungsmacht ran; das Produkt muss sich im Tausch bewähren (S. 19,  Abs.2) Das kann man an der Arbeit ausdrücken: Es muss die gesellschaftlich notwendige Arbeit sein (Marx, K I).
   — Tausch ist aber nicht das Mittel der Güterverteilung, sondern hat ganz anderen Zweck. Sein letzter Zweck ist die Vergrößerung dieser Verfügungsmacht. Die Charaktermaske, die sich durch den Verkauf von Produkten bereichert, will sich nicht in den Besitz einer großen Summe versetzen, um an die gewünschten Güter zu kommen, sondern getrennt davon kommt es auf die Verfügungsmacht an, die abgelöst ist von den jeweiligen Gegenständen. Die Gebrauchswerte sind nicht der Gegenstand des Interesses, sondern nur insofern sie ein Mittel sind, den Tauschwert an sich zu ziehen und zu vermehren.
Das kommt daher, weil das Geld sich zwischen das Bedürfnis und den Gegenstand des Bedürfnisses schiebt. Deswegen gibt es einerseits die Freiheit, die man im Geld hat (sich alles kaufen zu können), andererseits die Notwendigkeit, es zu haben (S. 16f.). Man braucht es, das ist der Grund, warum alle (egal wo) arbeiten. So macht sich das Geld zum Zweck, so realisiert sich der Zweck im Tausch. Das ist etwas anderes als zu sagen, er will das Geld nicht für was Bestimmtes, sondern als allgemeine Zugriffsmacht, und das ist besser, als Motiv und Zweck gegeneinander zu wägen.
   — Es sind ja eigentlich zwei verschiedene Rollen in dieser Produktionsweise. Der eine (Mittellose), der unbedingt Geld braucht, um an die Güter seines Bedarfs zu kommen, und der andere (Geldbesitzer), der das nebenbei erledigt in dem Zweck, einfach sein Geld zu vermehren.
   — Die Schlüsse an der Stelle gehen umgekehrt. Da wird gesagt, was hier eigentlich produziert wird, ist Eigentum. Und die Überlegungen sind erst mal die: "... was in dieser Gestalt eigentlich produziert wird, ist das damit zu erlösende Geld". (S. 17) Da geht es darauf, diese Produktion ist nicht zu Ende, wenn der Gebrauchswert produziert ist, sondern erst dann, wenn die Dinge in Geld umgemünzt sind. Dann produzieren sie eben auch nicht Nudeln und Autos, sondern mit beiden das Gleiche, nämlich Geld. Das ist dann die Umdrehung: Wenn die Güter nur so vorkommen, dass sie (um)getauscht werden gegen Geld, dann sind alle Gesellschaftsmitglieder genau auf das verpflichtet. Wer an die Sache herankommen will, braucht Geld, und wer produziert, will auch damit Geld. So ist hier Geld als Zweck der Produktion ausgedrückt. Das ist nicht dasselbe, wie gleich an Arbeiter und Kapitalisten zu denken, sondern es ist hier allgemeiner ausgedrückt: Darum geht es in der Produktion. Jeder weiß: Autos auf Halde sind unerwünscht. Also geht es allen darum, damit Geld zu realisieren. Das ist der Zweck.
Auf S. 17 steht: "Die im Geld gewährte Notwendigkeit der Befriedigung aller Bedürfnisse ist noch lange nicht die wirkliche auch nur eines einzigen"; die Kehrseite davon, dass man mit Geld alles kaufen kann, ist, dass man ohne Geld nichts kaufen kann. Aber unter der Voraussetzung, dass es alles gibt. Das Zeug ist da, nur nicht verfügbar. Von daher wird der Übergang auf das gemacht, was das lehrt über den gesellschaftlichen Zweck. Da ist der Schluss gemacht, wenn das Geld genau darin ein Mittel der Verfügbarmachung ist, dass alles stofflich Verfügbare erst mal getrennt ist, dann verweist die Unterstellung (auf Basis derer das Geld überhaupt ein Mittel ist) darauf, dass das Geld nicht das seltsame Mittelding ist, auf das alle verpflichtet sind, sondern der gesellschaftliche Zweck.
Weshalb das Produzieren nicht damit rum ist, dass die Waren vorhanden sind, und alle anderen davon ausgeschlossen sind, sondern erst dann, wenn die Waren verwandelt sind in das, was im Geld als allgemeine Zugriffsmacht existiert.
   — Es ist eine allgemeine Notwendigkeit etabliert, Geld zu verdienen, wenn die Güter nur dazu da sind, dass sie in Geld umgewechselt werden (S. 17). Das ist eine andere Art auszudrücken, dass die Güter der Benutzung entzogen sind. Damit ist auch klar – um noch mal auf die Ideologie zurückzukommen, das Geld sei zum Kaufen da –, dass das Geld ein Zwangsmittel ist. Es ist eine Verpflichtung, etwas, auf was man festgenagelt ist, weil die Güter mit der Bedingung versehen sind, nur über Geld kommt man an sie ran.
   — Die Schwierigkeit ist doch hier, dass dieser erste Teil für alle Klassen gilt. Nicht nur für arme Leute, der Ausschluss muss  auch für Kapitalisten gelten.
Für den gilt das benannte 'Zwangsprinzip' genauso. Einerseits ist es das Zwangsprinzip, andererseits der Zweck der Produktion; beide Seiten gelten. Im Vorspann von I. steht: "…über alle Klassenfragen hinweg". Was produziert wird, ist eben Eigentum in Geldform. Darauf kommt's an. Da sind alle gleich.
Jedem geht’s um Geld, jeder arbeitet für Geld. Mit der Geldforderung ist alles behaftet, was auch immer hergestellt wird – alles ist Eigentum. Aller Zugriff ist deswegen nur über Geld möglich. Und noch immer gibt es nicht den Unterschied zwischen den Klassen an der Stelle.
   — Das Geld ist eben "das reale Gemeinwesen dieser Gesellschaft". Schwierig scheint mir nicht, dass es für beide Klassen gilt (Der Kapitalist hat auch Bedarf nach Gebrauchswerten, wie will er sonst produzieren?), sondern dass es für beide Seiten (Verkäufer und Käufer) gilt
Der Übergang zu den Klassen geht einfach über die Menge Geld. Im 1. Abschnitt kommen die Klassen nicht vor. Da steht: Alle sind aufs Geldverdienen angewiesen. Was heißt das, dass die Produkte der Arbeit nicht einfach für die Bedürfnisse hergesellt werden, sondern in Form von Eigentum vorliegen und einen Preis haben? Dass es eben auf das Geld ankommt und gleichzeitig der, der von diesem Eigentum ausgeschlossen ist, über Geld verfügen muss, um darauf zugreifen zu können.
   — Alle sind vom Eigentum ausgeschlossen und müssen an Geld herankommen. Aber man tut sich bei der Aussage schwer zu verstehen, dass auch der mit dem Güterberg ausgeschlossen ist. Das Argument ist: er muss ihn erst  in Geld verwandeln.
Von allen anderen Gütern als seinen eigenen ist auch der Warenproduzent ausgeschlossen; und er will seine Autos ja nicht verkonsumieren.
   — Auf S. 18 steht, dass das Eigentum ein Rechtsverhältnis bezeichnet. Die normale Vorstellung ist, Eigentum sei ein Verhältnis von einer Person zu einer Sache (der Schuh gehört mir). Hier wird Eigentum anders erklärt: Eigentum ist ein Verhältnis zwischen Personen. Wenn man sagt, Eigentum ist Ausschluss von, muss man sich klarmachen, das ist ein Bezug von einem Subjekt zum anderen (ausschließen kann ich nur ein Subjekt). Wenn Eigentum nur ein Verhältnis zu einer Sache wäre, wäre egal, wem es gehört. Eigentum unterstellt, dass ein Verhältnis eingegangen wird zu den anderen Gesellschaftsmitgliedern.
   — Mit der rechtlichen Zuschreibung einer Sache zu jemandem als dessen Eigentum, setzt man natürlich ein Verhältnis zwischen den Eigentümern. Man kommt nicht an die Sachen heran, die man braucht, weil sie dem anderen gehören, der sie nicht braucht! Damit ist ein (gegensätzliches) Willensverhältnis zwischen den Leuten gesetzt. Es ist die Sache selber, das produzierte Ding, das Eigentum darüber, dieses Rechtsverhältnis, was dieses Verhältnis setzt, das zwischen den Leuten dann als Willensverhältnis gilt, der Respekt vor dem Eigentum: Wenn ich an das Ding herankommen will, dann nur indem ich ihm dafür die allgemeine Form des Eigentums gebe.
   — Gesagt werden sollte: Eigentum ist etwas anderes, als der Mensch sich denkt, wenn er von seiner Zahnbürste spricht. Es ist ein Verhältnis zwischen den Leuten, das Eigene zu respektieren, damit ist es ein Willensverhältnis.  
Gegenüber der verbreiteten Vorstellung, Eigentum wäre eigentlich nur der Bezug eines Willens auf die Sache (Hegel macht es nur so), ist festzuhalten, dass es ein Verhältnis zwischen verschiedenen Leuten oder Willen ist; natürlich bezogen auf eine Sache. Der Inhalt des Willens enthält die Sache, auf die er gerichtet ist. Davon ist der andere ausgeschlossen. Aber nur der Ausschluss des anderen macht überhaupt einen Sinn beim Eigentum. Dieses Verhältnis und wie damit jemand zu anderen steht, macht überhaupt das Eigentum zu einem Rechtsverhältnis.
Umgekehrt, wenn man bestimmen will, was ist eigentlich das Verhältnis des Eigentümers zur Sache, kann man gar nichts anderes sagen als das, er schließt andere davon aus. Weil alles andere (er hat es gefunden, gebaut, benutzt, versteckt) in die Irre führt.
Zu Hegels Spruch – Eigentum ist, wenn der Mensch seinen Willen in die Sache legt – könnte einem eher einfallen: Beim Bearbeiten einer Sache legt man den Willen in diese. Dann macht man daraus ein Produkt nach seiner Vorstellung, geht mit der Sache um, so wie es dem eigenen Willen entspricht. Das hat aber mit Eigentum nichts zu tun. Das Eigentum ist ein Verhältnis zwischen Rechtspersonen.
   — Da ist noch die Besonderheit, dass in der bürgerlichen Gesellschaft dieses Verhältnis zwischen den Personen gerade die ökonomische Bestimmung der Sache ist.
   — Aber die Betonung ist hier etwas anders gewählt. Das soll man sich klarmachen: Wenn ich sage, das Auto gehört mir, dann habe ich alle anderen, die auf dieselbe Sache zugreifen wollen, ausgeschlossen. Das ist der zentrale Punkt, warum Eigentum im Kapitalismus so ein Ärgernis ist.
Auch ersteres ist richtig und wichtig, weil die Leute sich nur übers Eigentum miteinander ins Verhältnis setzen: übers Eigentum in Form von Ware oder das allgemeine Eigentum, Geld. Weil das das normale Verhältnis und jedem so geläufig ist, erklärt der Artikel, dass damit das gesellschaftliche Verhältnis Eigentum etabliert ist.
Wir sind damit beim ersten Satz des nächsten Abschnitts angelangt (S. 19): "Dieses Rechtsverhältnis ist in der Marktwirtschaft die entscheidende ökonomische Bestimmung aller Produkte."
   — Die entscheidende ökonomische Bestimmung, dachte ich, sei, als Wert produziert zu werden. Alle Waren treten sich mit ihrem Wert gegenüber. Aber dass das Rechtsverhältnis, etabliert durch die hoheitliche Gewalt, die entscheidende Bestimmung der Produkte ist, ist mir nicht klar.
Wert ist das gesellschaftliche Verhältnis oder, wie Marx es sagt, die gesellschaftliche Eigenschaft, die an der Sache dran ist. Die Bestimmungen des Werts werden im Artikel kurz erwähnt. Dabei wird laufend über den Bezug der Leute zueinander und zu ihrer eigenen Tätigkeit gesprochen.
   — Es heißt doch im Artikel: Das Rechtsverhältnis ist nicht eine Zutat eines getrennt davon eh schon feststehenden ökonomischen Sachverhaltes. Der Staat bringt mit dieser Rechtsform den ökonomischen Sachverhalt auf die Welt. Der Staat sichert also nicht etwas, was ökonomisch schon vorliegt, noch einmal ab. Mit der Kategorie Eigentum stiftet der Staat den ökonomischen Inhalt dessen, worauf es bei den Produkten ankommt.
Man kann an den Wertbestimmungen auch noch einmal ausführen, wie die mit dem Rechtsverhältnis zusammenhängen. Wenn Privatarbeit ins Verhältnis gesetzt wird, ist klar, dass es um Arbeiten für die Schaffung von Eigentum geht und Eigentümer gegeneinander antreten. Dass sie für den Austausch produzieren, unterstellt auf der einen Seite einen, der Eigentümer von Geld ist, auf der anderen Seite einen, der Eigentümer von Ware ist. Bei abstrakter Arbeit ist unterstellt, dass hier etwas gleich gesetzt wird, was nicht vergleichbar ist. In dem gesellschaftlichen Verhältnis, das in der Bestimmung der Sache als Wert steckt, ist die Gewalt des Staates, das Gewaltverhältnis zwischen den Leuten, gleich mit enthalten.
   — Praktisch existiert dieses Gewaltverhältnis als die allgemein akzeptierte Anerkennung der ausschließlichen Verfügungsgewalt des jeweils anderen.
   — Zum ersten Satz des 3. Absatzes auf S. 19. Damit, dass der Staat dieses Rechtsverhältnis in die Welt gesetzt hat, hat er die entscheidende Sache in die Welt gesetzt, um die es bei der Produktion geht. Dann folgt noch ein Schluss auf die Arbeit. Wenn die Produktion darum geht, dass sie, egal was produziert wird, Eigentum herstellt, und wenn diese Eigenschaft an den Produkten selber als Preis ausgedrückt wird, dann ist die Arbeit die Quelle von Reichtum in dieser Gesellschaft, dies aber auf der Ebene des Eigentums. Das Produkt der Arbeit zielt auf Geld ab.
Die Bestimmung von abstrakter Arbeit enthält noch etwas anderes: Eine Arbeit, die bloß Eigentum schafft, bei der ist die konkrete Tätigkeit nicht der Witz, sondern die bloße Verausgabung von Hirn, Muskel und Nerv. So ist sie mit allen anderen Arbeiten gleichgesetzt.  
Dann machen wir weiter mit dem Satz, S. 20: „... das Eigentum ... scheidet zwischen Arbeit und Nutzen wie auch zwischen Nutzen und Bedürfnis.“
   — Für das Schwierigste halte ich den Satz davor: „Das Eigentum trennt zwischen der Produktion von Reichtum und der Verfügung über Gebrauchsgüter.“ Was ist da ‚Produktion von Reichtum’ und ‚Verfügung über Gebrauchsgüter’?
Wenn man eine Ware produziert hat, hat man erst einmal nur eine Sache produziert, ist aber noch nicht in der Lage, über sie zu verfügen. Dazu braucht man dann Geld. Das Produkt ist für einen erst zugänglich, wenn man über das nötige Geld verfügt.
   — Das Verrückte ist, der Reichtum existiert neben den Gütern. Der Reichtum existiert in diesem Geld, dem gesellschaftlichen Reichtum, und daneben existieren die Güter, die mit dem Ausschluss verbunden sind.
Wenn Arbeit sich darauf richtet, Geld in die Finger zu bekommen, dann ist der Nutzen davon getrennt. Die Produktion ist Herstellung von abstraktem Reichtum. Gleichzeitig ist die Güterwelt eine Sache, die nur über das Verfügen über den abstrakten Reichtum zu erreichen ist: ... scheidet zwischen Arbeit und Nutzen.
   — In der bürgerlichen Ökonomie werden immer das Geld und die Güter gegenübergestellt. Das ist insofern falsch, als die Güter selber schon Eigentum sind, sie unterliegen einem Eigentumsvorbehalt. Das Geld ist nur deswegen nötig, weil an den Gütern schon längst dieser Eigentumsvorbehalt dran ist. Dagegen sagt die bürgerliche Ökonomie, dass man, Gott sei Dank, mit dem Geld die Güter kaufen kann. Das unterstellt aber etwas an den Gütern. Sie sind dem Gebrauch erst einmal systematisch entzogen. Das ist die gesellschaftliche Tat an den Gütern. Sie sind keine harmlosen Autos. ...
Und deswegen hat die Arbeit diese Doppelbestimmung an sich, dass sie zwar nicht umhin kommt, ein Auto zu produzieren, aber der Nutzen dieser Arbeit richtet sich gar nicht auf das, was sie produziert, sondern darauf, dass man über das Produzierte zu einem Geld gelangt, über das man überhaupt nur in ein sachliches Verhältnis zu dem Reichtum tritt, den diese selbe Arbeit produziert. Insofern ist die Arbeit geschieden von den benötigten Gebrauchswerten. Dass die Arbeit den Reichtum produziert, heißt gar nicht, dass sie im Maße, wie sie produziert, auch über ihn verfügt.
Wenn Reichtum produziert wird, denkt man doch, es sind Sachen für die verschiedenen Bedürfnisse. Der Witz am Kapitalismus ist aber gerade, dass der Reichtum getrennt vom Bedürfnis ist. Reichtum wird produziert, mit dem man zunächst einmal gar nichts anfangen kann, außer dem, dass er diese abstrakte Verfügungs-, Zugriffsmacht ist. Was an wirklichem Reichtum produziert wird, ist davon getrennt und nur darüber, dass abstrakter Reichtum produziert worden ist, zugänglich. Ob hergestellte Gebrauchswerte nützlich sind oder nicht, ist damit eine offene Frage. Hier liegt die Scheidung vor.
   — Diese Überlegung steckt in dieser Grundgleichung; da wird darauf angespielt: Was ist denn der Begriff von Arbeit? Warum gibt es die überhaupt? Die hat zum Ausgangspunkt ein Bedürfnis und dann ist die Arbeit das Mittel, um eine Sache herzustellen, die das Bedürfnis befriedigt. Die einzelnen Elemente, die da unmittelbar aufeinander bezogen sind – Arbeit hat den Bezugspunkt zum Bedürfnis und das Produkt ist ein Nutzen und als Nutzen ist es ausgedrückt als die Sache, die bezogen ist auf den Ausgangspunkt der Arbeit, das Bedürfnis – die sind im Kapitalismus alle auseinander gerissen. Daraus ergibt sich das Ungleiche, weil eben in der Ware der Zusammenhang gekappt ist zwischen einem Bedürfnis als Ausgangspunkt und einem darauf  bezogenen Nutzen, am Schluss.
Wenn man als Nutzen die Mitte nimmt zwischen: da arbeitet jemand, stellt etwas her, das ist 1. vorhanden und 2. verfügbar für die Bedürfnisbefriedigung, dann muss man feststellen, dass nach beiden Seiten eine Trennung stattfindet: z.B. das Bedürfnis, mittels Auto herumzufahren, ist fundamental getrennt von den Autos, die produziert werden und herumstehen, und umgekehrt: die Arbeit geht überhaupt nicht in dem Nutzen auf – sie besteht eben in etwas ganz Anderem als der Herstellung schöner Autos zwecks Gebrauch. Und in diese Mitte, die einen Gegensatz zu beidem aufmacht, setzt sich das Eigentum als die bestimmende Größe hinein – sowohl Bedürfnis als auch Nutzen sind jetzt auf dieses bezogen.
   — Wenn vorher gesagt wurde, die einzelnen Elemente der Grundgleichung werden getrennt durch das Dazwischentreten des Eigentums als bestimmende Größe, dann bestimmt also das Eigentum die einzelnen Elemente und deren Zusammenhang neu – den Reichtum, die Arbeit und auch den Nutzen.
Noch einmal zusammengefasst: Die vorangehende Erklärung war: das eigentliche Produkt der Arbeit ist Geld – so reproduziert sich die Gesellschaft materiell. Es gibt also nicht irgendwie Geld als Zweck und daneben gibt es die Produktion, sondern das Geld ist der Zweck der materiellen Reichtumsproduktion. Wie schlägt sich das an dieser nieder? Und da hat man mit der Arbeit angefangen – wonach zählt die Arbeit, die ja nicht aufhört, weiter Gebrauchswerte zu produzieren. Das Argument in diesem Absatz (S.20 ) war: Das stoffliche Verhältnis von Arbeit, Arbeitsprodukt und Bedürfnis oder kurz: von Bedürfnis und Bedürfnisbefriedigung, das in dieser Gleichung enthalten ist, ist auseinander gerissen, die Gleichung zu einer doppelten Ungleichung geworden.
Die Weiterführung (im obigen Beitrag) war: Und dem sind alle Momente dieses Verhältnisses unterworfen und bekommen die entsprechenden Bestimmungen – nämlich: Die Arbeit zählt nach ihrer eigentumsbezogenen Seite, als Arbeit überhaupt, ganz abstrakt, ohne materiellen Bezug auf ihr Produkt. Ebenso zählt nicht das Bedürfnis nach seiner inhaltlichen, sachlichen Seite, sondern gesellschaftlich gültig ist das Bedürfnis mit Bezug auf das Eigentum, das es auf seiner Seite hat – prompt gibt es eine Hierarchie der Bedürfnisse.
   — Und dazu kommt noch: Wie ist der Zusammenhang zwischen individuellem Bedarf und Nutzen? Da geht es nach den jeweiligen Geldmitteln: Der Konsum richtet sich nach dem Zugriffsmittel, das im Geld steckt, weswegen sich in dieser Gesellschaft das “unvermittelte Nebeneinander von Armut und Reichtum“ einstellt, weil Armut im Kapitalismus kein Ausdruck davon ist, dass es irgend eine Art Mangel an Gütern gäbe, aber einen an Zugriffsmitteln eben schon.
Darum geht es im nächsten Abschnitt: „Mit der Zwangsgleichung von Nutzen und Eigentum legt sich eine eigentümliche Logik über die ökonomischen Aktivitäten der darunter subsumierten Gesellschaft“ (S.20 unten). Da wird ausgeführt, was für absurde Verhältnisse diese Gleichung von Nutzen und Eigentum in Bezug auf die Ökonomie dieser Gesellschaft hervorbringt. Gesagt wurde schon etwas über die Hierarchie der Bedürfnisse und dazu, wie die Armut im Kapitalismus bestimmt ist. Die nächste Verrücktheit ist die gesellschaftliche Arbeitsteilung, in der keinerlei planmäßige Kooperation stattfindet – es wird für „den Markt“ produziert, wo der Konnex zwischen Produzent und Kunden über das Geld stattfindet.    
   — Es ist ein Lob des Zwecks, um den es geht, wenn gesagt wird, man sehe doch, wie effektiv die Kategorie des Eigentums sei – mal etabliert, käme alles Nötige zustande, und zwar in Unmengen. Das ist nicht zu dementieren – diese Arbeitsteilung produziert ja jede Menge Warenberge –,, sondern es ist klarzustellen, wie und als Mittel welchen Zwecks alles Nötige’ zustande kommt.
Nämlich stets dann und nur dann, wenn dieser Zweck erfüllt ist. Das Lob verfabelt das Gegeneinander der ‚Wirtschaftsubjekte’ zu einem planvollen Miteinander durch das Wirken einer irgendwie gearteten ‚invisible hand’ über dem Eigentum. Und was passiert realiter, wenn das Eigentum wirkt? Dann gibt es genau die Arbeitsteilung, die sich für das Eigentum auszahlt und sonst keine. Darum kümmert sich das Lob nicht, wenn es die Effektivität des Eigentums lobt; es leistet sich die Verrücktheit, sich auf das platt vorliegende Resultat so zu beziehen, als ob es das sei, was man sich vorher gewünscht hätte, um dann zu sagen, dass es zustande gekommen sei, ohne dass es sich jemand zum Zweck gemacht habe.
Bei diesem Lob wird auch geflissentlich übersehen, dass die staatliche Gewalt laufend eingreift unter dem Motto: Der Arbeitsteilung, wie sie das Eigentum stiftet, will sie ihrer Gesellschaft dann doch nicht einfach nur überlassen. (s.a. Fußnote 5, S.21).
Aus der Zweckbestimmung jeder marktwirtschaftlichen Tätigkeit, dem Gelderwerb zu dienen, folgt die nächste Verrücktheit: Die Arbeit wird selber zum Zweck, bezieht sich also nicht auf einen bestimmten Nutzen – außer eben den, dass sie abstrakten Reichtum schafft.
Für einen, der einfach bloß Arbeit verrichtet, ist die Gleichung schlicht: er hat umso mehr (zwar mit Mühe, aber auch ein Produkt) von der Arbeit, je mehr er arbeitet. Die Arbeit im Kapitalismus dagegen – als abstrakte Arbeit, als die sie hier stattfindet und in dem Maße, wie sie stattfindet – tritt in Gegensatz zu ihm, weil sie Zweck geworden ist. Den Widerspruch: Arbeit als eine, die Reichtum schafft, und als eine, die Aufwand ist, muss jedenfalls der Kapitalist nicht aushalten. Diese beiden Seiten existieren getrennt an der Arbeit, das ist das Verrückte: Auf der einen Seite – des Arbeiters –  existiert die Arbeit als Aufwand, auf der anderen Seite – des Kapitals – ist sie die Bildnerin des Eigentums. 
Übrigens hat in jemandem, der sich selbst ausbeutet – in welcher Form auch immer –, dieser Widerspruch sozusagen Gestalt angenommen: So einer steht als Verrichter der Arbeit in Gegensatz zu sich als dem Nutznießer der Arbeit.  

*
Im ersten Satz des neuen Abschnitts (S.23) geht es darum: Wenn in einer Gesellschaft durchgesetzt ist, dass es ausschließlich um Gelderwerb zu gehen hat  – sodass auch Tätigkeiten, bei denen gar nichts produziert, aber Geld verdient wird, ‚Arbeit’ heißen, bzw. nur noch Tätigkeiten, die Geld einbringen, jetzt als Arbeit gelten –, es dann entscheidend ist, ob einer bereits Geld hat oder nicht. Dieser Unterschied ist im Ausgangspunkt der Wichtige.
Darauf bezieht sich der zweite Abschnitt: Warum dieser Unterschied, ob einer bereits Geld hat oder nicht, so fundamental ist. Was hindert den Menschen, der kein Geld hat, mit seiner Hände Arbeit Eigentum zu schaffen? Das liegt daran, dass alle Mittel, die er dafür bräuchte, ihrerseits schon Eigentum sind und ohne Geld kommt er nicht an diese. Mit Marx gesprochen: Er verfügt über keine Produktionsmittel. Da er selber kein Geld hat, ist er dazu gezwungen, einem anderen, der eben bereits Geld hat und ihn bezahlen kann, seine Arbeit zur Verfügung zu stellen und für den Eigentum zu schaffen und nicht für sich selber.
Wir leben in einem fertigen Kapitalismus. Wenn man sich fragt, wie der zustande gekommen ist, hat man ganz andere Sachen zu erklären: die ursprüngliche Akkumulation, die Trennung von Produktionsmitteln usw. Nicht umsonst ist beim Einstieg in das zweite Kapitel der Hinweis: Es gibt Leute mit viel Geld und Leute mit wenig Geld; und immer wird gesagt, dass das Resultat der Arbeit ist, die hier aber nicht ökonomisch bestimmt ist. Es wird einfach von dem Unterschied (Geld zu haben oder nicht)  ausgegangen. Der Fußballspieler, der eine Million hat, ist in derselben Lage wie der produktive Kapitalist: Er kann sein Geld arbeiten lassen. Das ergibt sich also nicht als Übergang aus dem Vorhergehenden, sondern ist ein Neuansatz. Es wurde ausgeführt, was für einen Zweck die Arbeit hat: Wenn der Zweck Geld verdienen ist, dann macht sich an dem, was man als Geld hat, ein wesentlicher Unterschied geltend.